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Das Zusammenleben mit einer HIV-positiven Person

Aids macht Angst. Trotz der Untersuchungen der letzten Jahre über die Übertragungswege des Virus und die Behandlung, bleibt Aids noch immer ein Tabuthema und die mit HIV infizierten Personen werden oft ausgeschlossen. In diesem Zusammenhang ist es noch immer von Bedeutung die Wege der Ansteckung zu erklären und die verschiedenen Situationen zu präzisieren, die keine Ansteckungsgefahr darstellen.

Die Übertragungswege
Der Virus überträgt sich, wenn eine ausreichende Menge der Viren in einen gesunden Organismus eindringen. Dies kann über das Blut, Muttermilch, Sperma oder Scheidenflüssigkeit geschehen und zwar durch
  • sexuelle Kontakte mit Penetration (anal oder vaginal) ohne Kondom
  • die Mutter an das Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen
  • infiziertes Blut, welches in den Organismus gelangt (z.B. durch eine Injektion mit einer Spritze, die zuvor von einer infizierten Person verwendet wurde). Der Virus bleibt in dem Blut einer Spritze 6-8 Stunden aktiv, da er dort luftdicht verschlossen ist.
Beim Oralverkehr besteht auch eine Ansteckungsgefahr, da die Viren im Sperma vorhanden sind und diese über die Schleimhäute im Mund, besonders wenn diese verletzt sind, in den Organismus eindringen können. Daher sollte es vermieden werden, in den Mund zu ejakulieren oder Scheidenflüssigkeit in den Mund zu nehmen.

Wird ein Mann oral befriedigt, sollte er auch ein Kondom tragen. Ein „dental-dam“, eine Folie die über den Intimbereich der Frau gelegt wird, wirkt in dem Fall genauso schützend vor einer Ansteckung wie ein Kondom. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Frau ihre Regel hat, da im Blut die Viruslast besonders hoch ist. Die Verletzungen der Schleimhaut im Mund sind häufig so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge gar nicht erkennen kann. Deshalb ist es auf jeden Fall wichtig, sich immer zu schützen.

Im alltäglichen Leben
Die Haut ist eine wirksame Barriere, die das Eindringen der Viren verhindert. Zudem besteht kein Übertragungsrisiko im Alltag, da in Schweiß, Speichel, Tränen und Urin eine zu geringe Menge Viren enthalten ist, damit eine Ansteckung möglich ist. Hände schütteln, Umarmen, ein Essen teilen, dieselbe Toilette benutzen oder das Geschirr einer infizierten Person abwaschen, stellt kein Risiko dar! Es besteht keine Gefahr, sich bei einer infizierten Person anzustecken, wenn man gemeinsam Sport treibt, dieselben Gegenstände berührt oder sich am selben Ort befindet.

Innige Küsse, sich streicheln, eine Ejakulation ohne Eindringen stellen keine Gefahr dar und auch Insektenstiche sind völlig risikolos. An der Luft sind die Viren sehr empfindlich und sterben schnell. Außerdem können sie keine Desinfektionsmittel wie 70%iger Alkohol, Javelwasser sowie eine Temperatur von 60°C oder mehr überleben.

Aids sollte nicht verharmlost werden. Es ist jedoch auch nicht gut, das Thema zu tabuisieren oder eine Ausschluss-Haltung anzunehmen. Die Vorbeugung wie z.B. die Benutzung des Kondoms oder die Tatsache, dass ein Infizierter seine Wunden gut verbindet, tragen dazu bei, die risikoreichen Situationen zu verringern oder sogar ganz zu vermeiden.

Interessante Links:

Mehr Infos bekommst du bei:
  • Aide Info Sida: 0800/20.120 (Wochentags von 18 Uhr bis 21 Uhr )
  • Prisma: 087/74 42 41 (für Frauen) 
  • Bei uns d.h. in den Jugendinformationszentren. Übrigens erhältst du bei uns auch günstig Kondome.


 
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