Zivilcourage - Mut gegen Gewalt

 

Was ist Gewalt?
Vereinfacht gesagt, ist Gewalt jedes Mittel, das eingesetzt wird, um einem anderen Menschen den eigenen Willen aufzuzwingen oder etwas machen zu lassen, was er/sie nicht will.

Es gibt zwei Arten von Gewalt:

  • die körperliche Gewalt heißt, einem anderen Menschen körperlich weh zu tun z.B. zu schlagen, zu treten,….
  • die seelische Gewalt bedeutet, einem anderen Menschen durch Drohungen, Erpressungen oder sonst irgendwie Angst einzujagen.


Beide Arten von Gewalt treten häufig in Kombination miteinander auf.

Was ist Zivilcourage
Zusammengesetzt wird der Begriff aus „zivil“ (bürgerlich/anständig, annehmbar) und „courage“ (Mut).

Zivilcourage ist das mutige Verhalten von Menschen, die in Aktion treten, statt wegzusehen und so anderen Menschen in bedrohlichen Situationen zur Seite stehen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn jemand bedroht oder angegriffen wird. Jedoch kann Zivilcourage schon viel früher und im Kleinen anfangen, nämlich immer dann, wenn…

  • du etwas  falsch und nicht gerecht findest.
  • du etwas dagegen tun willst und dies vor anderen (öffentlich) tun musst.
  • du dabei das Gefühl hast, im Nachteil oder unterlegen zu sein.
  • der Erfolg deines Einsatzes eher unsicher ist und du eher Nachteile als Vorteile zu erwarten hast.


Verhaltenstipps
Wenn du Zeuge einer bedrohlichen Situation wirst und einem anderen helfen willst, ist es nicht einfach, das Richtige zu tun. Einige Ratschläge für das Verhalten in so einer Situation:

  • Konkret Hilfe suchen! Versuche Hilfe zu organisieren. Gleichzeitig solltest du dich mit einem konkreten Aufruf an umstehende Personen wenden: "Du mit dem Kapuzenpulli, hilf mir!"
  • Telefonischer Notruf: Zögere nicht die Polizei zu rufen (Tel.101). Sag deinen vollständigen Namen! Was ist wo passiert? Nicht gleich auflegen, sondern Fragen abwarten und beantworte.
  • Ruhe bewahren! Versuche beruhigend und entspannend zu wirken. Vermeide außerdem schnelle Bewegungen.
  • Blickkontakt:  Bau Blickkontakt zum Opfer auf oder fordere es auf, zu dir herüberzukommen.
  • Gespräch suchen: Suche das Gespräch mit dem Angreifer. Sieh ihn dabei mit festem Blick an. Versuche deutlich und mit fester Stimme zu sprechen. Höre dem Angreifer konzentriert zu. Flehen und Unterwürfigkeit ermutigen den Angreifer nur.
  • Drohen und Beleidigen: Drohe und beleidige nicht. Das kann zur Eskalation der Situation führen. Versuche stattdessen, das Verhalten zu kritisieren, ohne den Angreifer persönlich anzugreifen. Es gilt, die Situation zu entspannen.
  • Kein Körperkontakt! Vermeide es, den Angreifer anzufassen, das würde ihn womöglich nur unnötig reizen. Ein Körperkontakt ist nur zu empfehlen, wenn ihr in der Überzahl seid und keine Waffen im Spiel sind.
  • „Sie“ statt „Du“: Es ist sinnvoll, den Angreifer zu siezen und nicht zu duzen. Außenstehende wissen dann sofort, dass es sich nicht um eine kleine Streitigkeit unter Freunden handelt.
  • Zeugen: Stell dich als Zeuge zur Verfügung. Beobachte das Tatgeschehen aufmerksam und versuch dir Merkmale des Täters einzuprägen. Deine Aussage kann helfen, den Täter zu fassen.


Weitere Infos:

 

Aktualisiert: 12/2016

 

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