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Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

"Schon wieder habe ich es getan. Ich wollte es nicht, aber es ging nicht anders. Ich hatte solch einen Stress in der Schule und dann noch der Streit mit meiner besten Freundin. Wenn ich mich selbst verletze scheint vieles leichter, meine Ängste scheinen zu verschwinden." (Svenja,14)

Selbstverletzendes Verhalten (SVV)=
die wiederholte Verletzung des eigenen Körpers durch Schnitte, Verbrennungen oder Ähnliches ohne die Absicht sich selbst umbringen zu wollen.

Mögliche Gründe/Ursachen
Junge Menschen befinden sich in einer Phase der Orientierung. Sie suchen sich selbst und müssen lernen sich selbst mit allen Schwächen und Stärken zu akzeptieren um Selbstbewusstsein aufzubauen. Mögliche Gründe für SVV können zusätzliche Belastungen durch die Trennung der Eltern, ein Missbrauch, Mobbing oder andere Probleme sein. Das Ritzen, Beißen, Haare ausreißen,... dient als Ventil um Druck und Stress abzubauen. Es kann aber auch dazu dienen sich selbst zu bestrafen weil irgendwas nicht so verlaufen ist wie es sollte. Vor allem junge Mädchen "ritzen" sich, aber auch Jungen sind davon betroffen.

Sucht?
Das Gefühl der Entlastung, der Erleichterung wird durch das Verletzen des eigenen Körpers hervorgerufen, da dabei Endorphine (Glückshormone) vom Körper produziert werden. Dies kann dann zur Sucht werden, weil die Jugendlichen nicht mehr auf andere Weise das Gefühl der Erleichterung und Zufriedenheit erlangen können.

Selbsthilfe
Anstatt den eigenen Körper zu verletzen können die Betroffen versuchen eine Alternative zu suchen, wenn sie den Drang spüren sich selbst verletzen zu wollen/müssen.
In einer ersten Phase kann ein "Ersatzschmerz" oder eine Ablenkung gesucht und eingesetzt werden. So z.B. durch das Essen von was sehr scharfem oder einer eiskalten Dusche, sich konzentrieren auf die eigene Atmung, etwas zählen und manchmal hilft es auch sich auszupowern durch Sport oder gegen eine Matratze boxen. Auch Schreien oder Weinen kann helfen.
In einer zweiten Phase wird dann versucht die eigenen Gefühle wieder durch ein positives Erlebnis ins Gleichgewicht zu bringen. Zum Beispiel durch ein gemütliches Bad, etwas leckeres zu Essen, sich mit Freunden treffen, künstlerisch aktiv werden (malen, singen,...) und alles was einen noch so entspannt und erfreut.

Therapie?
Manchmal reicht es sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder mit einem guten Freund/einer guten Freundin darüber zu sprechen. Sehr oft wird aber auch professionelle Hilfe und eine Therapie benötigt. Ein Psychologe oder Beratungsstellen bieten ihre Unterstützung an. Bevor eine Therapie aber greifen kann, muss der oder die Betroffene bereit sein Hilfe anzunehmen. Jemanden zu einer Therapie zu zwingen wird kaum Erfolg bringen.
  • SPZ
    Sozial- Pschologisches Zentrum, www.spz.be
  • Oikos
    Abmbulante Begleitung von Familien und Jugendlichen in Problemsituationen
    Offene Sprechstunden in Eupen, Büllingen und St. Vith; www.oikos-eupen.be
  • Psychiatrische Tagesklinik für Jugendliche
    Vorgespräch telefonisch vereinbaren, Tel. 087/598 307, www.klinik.be/archiv/deu_frame.html 

Ich kenne jemanden der sich ritzt...was soll ich tun?
Auf keinen Fall das ganze verheimlichen und ignorieren sondern mit dem Betroffenen reden und gemeinsam nach Wegen aus dieser Sucht suchen. Es ist für viele einfacher den ersten Schritt in die Praxis eines Therapeuten nicht allein machen zu müssen und sich unterstützt und mit den eigenen Schwächen akzeptiert zu fühlen.

Selbsthilfeforen
http://rotelinien.carookee.com
http://forum.rotetraenen.de/index.php
www.junoma.de (Jugendnotmail)

Internetseiten
www.rotelinien.de
www.rotetraenen.de


Quellen
"Ich gegen mich!?" Stefanie Pfister (2009)
www.spiegel.de, www.maedchen.de , www.rotelinien.de

Faltblatt April 2011 der Jugendinformationszentren



 
Nadine Kaut im Radio Contact Interview am 25.05.2011

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