Der gute Wille und die Lust in ein anderes Land zu gehen um seinen Nächsten zu helfen, genügt heutzutage nicht mehr. Heute werden die Entwicklungsländer als gleichwertige Partner angesehen. Es geht also darum mit der Zivilbevölkerung Kontakte zu knüpfen, Synergien zwischen dem Norden und dem Süden zu schaffen, und darum nachhaltige Entwicklungen zu fördern. Für den/die Entwicklungshelfer(in) geht es also um mehr als bloß technische Hilfe zu leisten.
Welche Bedingungen müssen erfüllt werden ?
Mindestens 21 und höchstens 65 Jahre alt sein.
In Belgien wohnhaft sein.
Von guter Führung sein.
Über einen Entsendungsvertrag verfügen, der mit einer belgischen Nichtregierungsorganisation vereinbart worden ist und die Umstände der Begleitung und der Kommunikation vor, während und nach der Mission regelt.
Eine bestimmte Berufsausbildung besitzen
Einen Arbeitsvertrag von bestimmter Dauer unterzeichnen (bei der NGO).
Welche Kandidaten werden gesucht ?
Einige Studien bzw. Ausbildungen haben den Ruf schneller einen Platz als Entwicklungshelfer zu ermöglichen, wie z.B. Arzt, Krankenpfleger, Landwirtschaftsingenieur oder Lehrer. Aber auch Erzieher, Juristen, verschiedene technische Studien und Ausbildungen sind sehr gefragt. Bei den Studien des 3. Zyklus gibt es auch die Möglichkeit spezielle Studien zu wählen mit Hinblick auf eine Zukunft als Entwicklungshelfer. Aber all dies ist natürlich noch immer keine Garantie für eine Entsendung.
Mehrere Sprachen zu beherrschen ist ein ganz wichtiger Aspekt um deine Chancen zu multiplizieren. 60% der Posten als Entwicklungshelfer sind in Lateinamerika, wo man zwingend Spanisch oder Portugiesisch sprechen muss, 10% in Asien und 15% im englischsprachigen Teil Afrikas, wo man selbstverständlich die englische Sprache beherrschen muss.
Ein Diplom als Ersthelfer oder als Animator können auch nützlich sein, je nachdem welche Arbeit du als Entwicklungshelfer ausüben möchtest.
Andere Erfahrungen können in deinem Lebenslauf ebenfalls ein dickes Plus darstellen, z.B. die Gewohnheit im Team zu arbeiten, oder andere zu animieren; Projekte gleich welcher Art selber aufgebaut und durchgeführt zu haben, ....
Die verschiedenen Etappen
Erste allgemeine Informationsversammlungen werden von der ACODEV (Dachverband der französisch- und deutschsprachigen Hilfsorganisationen) und von verschiedenen NROs organisiert.
Danach nimmt der Kandidat bzw. die Kandidatin an einem Orientierungszyklus teil. Dieser wird hauptsächlich von zwei verschiedenen Organisationen angeboten :
Die ITECO (centre de formation pour le développement et la solidarité internationale) bietet einen Basiskurs an. Hier wird durch Simulationsspiele, Vorträge von erfahrenen Entwicklungshelfern, Spezialisten in den einzelnen Bereichen und audio-visuellem Material zum Nachdenken angeregt über die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes.
Die CTB ( Cooperation Technique belge ) bietet ebenfalls einen Basiskurs an. Dieser Kurs setzt drei Schwerpunkte:
Den jungen Leuten, die an einer Arbeit als freiwilliger Entwicklungshelfer interessiert sind, einen Rahmen und eine Struktur aufzuzeigen.
Eine Möglichkeit bieten, erste Erfahrungen in dem Bereich der Entwicklungshilfe zu sammeln.
Eine tiefgreifende Sensibilisierung beim gesamten belgischen Volk zu erreichen bezüglich der Problematik der Entwicklung.
Handicap International bietet ebenfalls anerkannte Kurse an.
Nachdem der Kandidat mit verschiedenen NROs Kontakt aufgenommen hat, fängt die Einstellungsprozedur an (Tests, Prüfungen,...). Falls der Kandidat ausgewählt wird, wird er mit der NRO einen Vertrag über ein bestimmtes Projekt, wofür diese NRO die Verantwortung trägt, abschließen. Die NRO übernimmt auch die Verantwortung für die Kompetenz des Kandidaten.
Falls der Kandidat Arbeitssuchender ist
Falls der Kandidat zum Zeitpunkt seines Antrags Anrecht auf Wartegeld hat, sollte er mit einer nichtstaatlichen Organisation einen Antrag auf Freistellung als Entwicklungshelfer stellen. (Formular C97B).
Wenn der Entsendevertrag unterschrieben ist, wird der angehende Entwicklungshelfer einer Ausbildung von drei Wochen folgen. Die Einschreibekosten werden von der DGCD (direction générale de la coopération au développement) zurück gezahlt wenn der Entwicklungs-helfer seine Arbeit aufgenommen hat.
Die nichtstaatliche Organisation oder die Partner-organisation kann in manchen Fällen eine spezifischere Ausbildung vorsehen.
Man wird nicht von heute auf morgen Entwicklungshelfer! Die notwendigen Schritte nehmen auf jeden Fall mindestens sechs Monate in Anspruch!
Nützliche Adressen
ACODEV, Quai du commerce 9, B-1000 Bruxelles, Tel: 02/223.16.95 oder 02/219.88.55, www.ACODEV.be
Coprogram VZW, Vlasfabriekstraat 11, B-1060 Bruxelles, Tel : 02/536.19.20 www.coprogram.be
SPF Affaires étrangères, Commerce extérieur et Coopération au Développement DGCD, Rue des petits carmes 15, B-1000 Bruxelles, Tel. 02/501.81.11 www.dgcd.be
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